Mit der Benutzung der Webseite akzeptierst du die Cookies. Mehr in der Datenschutzerklärung.

Kinder und Gemeinde

8 Thesen zum Thema: Unsere Kinder und das Heil Gottes

Diese insgesamt acht Folgerungen entsprechen weitgehend dem, was Gerhard Hörster, der ehemalige Rektor des Theologischen Seminars Ewersbach, vor einigen Jahren einmal in einem Vortrag zu diesem Thema formuliert hat.

  1. These
    Wenn wir über das Verhältnis unserer Kinder zum Heil Gottes nachdenken, dann sind ganz bestimmte neutestamentliche Grundeinsichten zu berücksichtigen: Alle Menschen sind vor Gott Sünder, auch die Kinder. "Das Dichten und Trachten des menschlichen Herzens ist böse von Jugend auf" (1. Mose 8,21) - von diesem Zeugnis des Alten Testaments ist nichts abzustreichen! Einzige Grundlage des Heils ist Gottes Erlösungshandeln in Jesus Christus. Der Zugang zum Heil aber wird erschlossen durch Glauben, Bekehrung, Wiedergeburt. Wer diesen Zugang ausschlägt, verfehlt das Heil Gottes und ist ewig verloren. An diesen Grundeinsichten dürfen wir uns nicht vorbeimogeln.

  2. These
    In Kenntnis dieser Grundeinsichten spricht Jesus dennoch den Kindern das Heil Gottes zu. Er handelt darin souverän, weil er selbst die Herrschaft Gottes vertritt. Er verkörpert ja selbst das Heil Gottes. Die Kinder bringen dafür keine andere Voraussetzung mit als ihre Unfähigkeit zum Heil. Jesus verschenkt hier die Liebe Gottes voraussetzungslos. Das geht soweit, dass wir sagen können: Auch die Kinder, die nicht in einer besonderen Weise zu Jesus gebracht werden und denen wir nicht die Hände auflegen, haben vollen Anteil am Heil Gottes.

  3. These
    Auf der Grundlage dieses Handelns Jesu darf gesagt werden: Kinder haben in jedem Fall Anteil am Heil Gottes. Es ist unerheblich, ob sie getauft sind oder nicht. Es ist unerheblich, ob ihre Eltern gläubig sind oder nicht. Wenn ich Ihnen das jetzt so sage und mich zu diesen Sätzen bekenne, dann stelle ich mich zu denen, die von der alten lutherischen Confessio Augustana Art. IX. bis heute verworfen werden, denn dort heißt es im lat. Text: "Sie (die Lutheraner) verwerfen die Wiedertäufer, die die Taufe der Kinder ablehnen und versichern, dass die Kinder auch ohne Taufe gerettet werden". Und ich betone: Ja, das stimmt: Jesus schenkt den Kindern sein Heil voraussetzungslos. Kinder sind auch ohne Taufe gerettet.

  4. These
    Es gilt aber auch: Diese Zusage des Heils gilt für die Zeit der Kindheit. In dem Maße, wie Kinder zu Erwachsenen werden, müssen sie auch in Fragen des Heils eigenverantwortliche Entscheidungen treffen. Sie haben dann mit zunehmendem Erwachsenwerden keinen anderen Zugang zum Heil Gottes als alle anderen Menschen. In welchem Alter das geschieht, ist wohl kaum festzulegen. Dafür ist die Entwicklung der einzelnen Menschen zu unterschiedlich. Wie sollten wir auch wissen, wann Gott es für richtig hält, einen Menschen vor die wichtigste Entscheidung seines Lebens zu stellen?

  5. These
    Gegen die Kindertaufe ist außer der Tatsache, dass sie das Neue Testament nicht kennt, einzuwenden, dass die Kindertaufe die Heilszusage über das Kindesalter hinaus festzuschreiben versucht. Das führt zwangsläufig dazu, dass vielen Erwachsenen der wirkliche Zugang zum Heil verschlossen bleibt, weil sie den Weg des Glaubens mit dem Hinweis auf ihre Kindertaufe für überflüssig halten. "Ich bin doch als Kind getauft" - na und?

  6. These
    Die Segnung und Darbringung der Kinder vor der Gemeinde bringt die Heilszusage Jesu in angemessener Weise zum Ausdruck, ohne sie unzulässig festzuschreiben. Dabei ist diese Segnung keine Ersatzkindertaufe, sondern eben eine Segnung.

  7. These
    Die Bekehrung von Kindern muss unter diesen Voraussetzungen sehr behutsam geschehen. Sie ist dann auf keinen Fall angemessen, wenn Kinder von Erwachsenen zu einer Entscheidung gedrängt werden, die sie nicht überblicken können. Beides ist für eine Entscheidung zum Heil Gottes hin wichtig: Die Altersstufe und der Ruf Gottes.

  8. These
    Die Hauptaufgabe der Gemeinde gegenüber Kindern besteht in der Anleitung zum Glauben. Das schließt die belehrende Vermittlung von Glaubensinhalten sowie auch die Stärkung der Vertrauensfähigkeit ein. Die Heilszusage Jesu für die Kinder erfordert intensives Bemühen, um die spätere Glaubensentscheidung vorzubereiten.